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Das
Bild vom Menschen im Ayurveda
"Die
Behandlung, die eine Krankheit heilt,
aber
früher oder später eine andere entstehen lässt,
ist
nicht richtig oder passend.
Recht
ist diese, welche eine Krankheit heilt,
aber
keine andere entstehen lässt."
(Ashtanga Hrdaya, Su.13.16; Arzt und Begründer der ayurvedischen Medizin)
vata,
pitta und kapha
Für die ayurvedischen Ärzte,
"die vaids", kreist die
medizinische Praxis und auch die Theorie immer um den Menschen, nicht um die
Krankheit. Zur Beschreibung des Menschen gibt es im Ayurveda das Prinzip der
drei doshas. Sie sollen dem ayurvedischen Arzt helfen, sich der Individualität
so genau wie möglich zu nähern. Die nahezu unüberschaubar vielen
Eigenschaften von Körper und Psyche, die in den klassischen Texten des Ayurveda
auftauchen, sind als didaktische Hilfen zu verstehen, mit denen der
Medizinstudent seine Beobachtung schärfen kann.
Nach
dem Menschenbild des Ayurveda sind die drei doshas von Geburt an in einem
individuellen Verhältnis angelegt. Dieses Mischungsverhältnis der Doshas
bestimmt seine persönliche Disposition. Es ist sozusagen die Basis, von der aus
wir ins Leben starten. Sie bleibt als innere Voraussetzung auch ein Leben lang
erhalten und regelt die körperlichen und psychischen Funktionen. In seltenen Fällen
ist das Verhältnis der drei doshas ganz ausgewogen oder tritt ein dosha
sozusagen in Reinkultur auf. Meistens überwiegen zwei dieser Bioenergien im Körper. Krankheiten entstehen durch Störungen des persönlichen
Mischungsverhältnisses dieser doshas. Solche Störungen entwickeln sich aus dem
eigenen Verhalten, aus der Umwelt, der Seelenlage, aus den Tages- und
Jahreszeiten, dem Wetter, aus Freude und Ärger, aus der Arbeit und vor allem
der Ernährung. Alle inneren und äußeren Umstände des Lebens haben Einfluss
auf die drei doshas: vata, pitta und kapha.
Die
drei Doshas
Die
drei Doshas sind den Elementen
zugeordnet, und die Eigenschaften der
doshas ergeben sich aus den Eigenschaften der Elemente
vata
besteht vereinfacht ausgedrückt aus den Elementen Luft und Äther und gilt als
die Lebensenergie schlechthin. Sie reguliert zum Beispiel die Aktivität des
Nervensystems und der Sinne sowie die Atmung. Ist vata gestört, dann leidet der
Patient unter Schlaflosigkeit, Magenschmerzen, Nervosität oder auch an
Psychosen. Der moderne westliche Lebensstil strapaziert die vata–Prinzipien
und führt damit zu vata - Störungen. Diese sind deshalb besonders häufig
anzutreffen.
kapha
wird aus Erde und Wasser gebildet und ist verantwortlich für die Struktur des Körpers,
für Wachstum und Gelenkigkeit. Ist kapha gestört, leidet der Patient an einem
übermäßigen Schlafbedürfnis, Schlaffheit, Niedergedrücktheit und Übelkeit.
pitta
das aus Feuer und Wasser zusammengesetzte dosha, ist für biochemische Vorgänge
im Körper zuständig, die mit Wärme verbunden sind, wie Stoffwechsel und
Verdauung. pitta- Störungen zeigen sich in Entzündungen, Hautausschlag, Fieber,
Krankheiten des Verdauungstraktes, Unzufriedenheit und Ärger.